Ledermode Gerberei Johann Niederkofler

Sämischlederherstellung

Sämischleder wird in erster Linie aus Hirsch-, Gams- und Rehdecken durch Einwalken von Tranen mit nachfolgender Oxidation hergestellt. Der Narben der Wildfelle wird vor dem Einwalken abgestoßen. Charakteristisch ist die große Wassersaugkraft der Sämischleder; sie werden für Trachtenbekleidung und als Fensterleder verwendet.

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Die Weiche

Aufgabe dieses Vorganges ist es, die Häute zu reinigen und das entzogene Wasser zu ergänzen. Erst dadurch wird gewährleistet, daß die nachfolgenden chemischen Prozesse mit größtmöglicher Geschwindigkeit ablaufen. Dieser Vorgang wird in der Grube oder in großen Fässern (rotierende Trommeln) durchgeführt.

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Das Entfleischen

ist ein mechanischer Vorgang, bei dem mittels Messerwalzen das der Haut nach dem Abzug noch anhaftende Fleisch und die Unterhaut entfernt werden. Das anfallende "Leimfleisch" ist ein wertvoller Rohstoff für die Fett- und Eiweißproduktion.

Haarlockerung und Hautaufschluß

Um Leder zu erhalten, müssen die Haare der Haut entfernt und die Fasern für die Reaktion mit später zugesetzten Gerbstoffen freigesetzt werden. Dies geschieht in einem chemischen Prozeß, dem "Äscher".

Dabei wirken die in einer "Flotte" (dh. in Wasser) gelösten Chemikalien (vorwiegend Weißkalk) in einem Faß auf die Haut ein. Durch die Faßdrehung wird eine Walkbewegung bewirkt, die die Chemikalienaufnahme begünstigt. Die enthaarte Haut wird als "Blöße" bezeichnet.

Nachäscher

Sind die Haare entfernt, kommen die Blößen noch einmal für ca. zwei Wochen in den Äscher, damit die Narbenschicht entfernt werden kann. Je länger die Haut im Nachäscher ist, desto weicher wird das Leder.

Narbenabstoßen

Die oberste Schicht (der Narben) der Haut wird maschinell entfernt

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Entkälken und Beizen

Der im Äscher eingesetzte Weißkalk hat sich teilweise in der Blöße festgesetzt und muß nun chemisch herausgelöst werden.

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Gerbung

In die Blößen werden mittels Kurbelwalken oder Gerbfässern leicht oxidierbare Fischöle (d. h. "Trane") eingearbeitet. Zwischendurch werden die Leder im Freien aufgehängt und leicht angetrocknet. Durch die Lufteinwirkung werden diese Fette polymerisiert und vernetzt mit der Haut. Diese Gerbung ist ein zeitlich sehr aufwendiges Verfahren und ist mit viel Erfahrung verbunden.

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Trocknung

Die gegerbten Leder werden nun zur vollständigen Oxidation ca. 3 bis 4 Wochen aufgehängt.

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Waschen

Der überschüssige Tran wird nun mehrmals in einem Sodabad ausgewaschen.

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Stollen

Die leicht angetrockneten Häute werden mittels einer "Stollmaschine" ausgereckt und gestreckt. Dies dient zur Weichmachung des Leders.

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Spannen

Die Leder werden nun mittels eines "Spannrahmens" zur endgültigen Trocknung gebracht.

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Schleifen

Mit einem Schmirgel welches auf einer Maschine aufgetragen ist, wird nun das Leder auf beiden Seiten geschliffen. Dadurch entsteht der samtige Griff.

Färben

Bei Sämischleder wird die Farbe nur einseitig (d. h. nur auf der Oberfläche) aufgetragen. Dies kann durch ein Spritzverfahren oder durch einen Bürstauftrag geschehen.

Nach anschließendem Trocknen, Stollen und nochmaligem Schleifen ist das hochwertige Sämischleder fertig. Die Dauer des gesamten Gerbprozesses liegt etwa bei 4 bis 5 Monaten. Diese Gerbart ist die anspruchsvollste und zeitaufwendigste aller Gerbarten. Die Qualität dieses Leders wird von keiner anderen übertroffen, und so mancher erfreut sich an einer kunstvoll gearbeiteten Lederhose.

 



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